Keno Recke gewinnt Wimpernschlag-Finale

Spannender hätte es beim California Windsurf Cup Pelzerhaken kaum sein können. Nach vier Regattatagen und fünfzehn Wettfahrten trennten nur 0,7 Punkte die beiden Erstplatzierten in der Overallrangliste des Saisonfinales der höchsten deutschen Windsurf-Serie: Jesse Richter und Keno Recke, beide aus Kiel. Die Entscheidung über den Sieg beim letzten Tourstopp musste damit in der sechzehnten und letzten Wettfahrt fallen.
Nach einem perfekten Start hatte zunächst Keno Recke die Nase vorn. Jesse Richter war klar, dass er alles geben musste, um noch den Overallsieg retten zu können. Aber an Tonne zwei riskierte er zu viel. Beim Versuch, innen durchzustoßen, verlor er die Kontrolle über sein Board und stürzte. Damit war der Weg für Keno Recke frei. Er musste nur noch ohne Sturz das Abschlussrennen zu Ende bringen. Recke ließ nichts anbrennen und sicherte sich mit einem zweiten Platz den Gesamtsieg beim California Windsurf Cup Pelzerhaken.
„Ich bin super glücklich, endlich einmal bei einem Tourstopp des California Windsurf Cups an der Spitze zu stehen! Dass es dann noch das Saisonfinale ist und ich mir damit auch den Toursieg sichern konnte, macht es natürlich noch schöner. Vielen Dank an alle, die an mich geglaubt und das möglich gemacht haben“, sagt Recke bewegt bei der Siegerehrung auf der Bühne.
Worldcup-Flair in Pelzerhaken

Am Sonntag gesellte sich noch Worldcup-Profi Nico Prien zum Teilnehmerfeld in Pelzerhaken und demonstrierte eindrucksvoll, wo das internationale Level im Fin Slalom aktuell liegt. Prien gewann alle vier Fin-Slalom-Eliminationen am Finaltag überlegen. Mit dem Ausgang der Gesamtregatta hatte er trotzdem nichts zu tun. Denn dem Schönberger fehlten die Ergebnisse der Vortage, sodass er in der Ergebnisliste nicht ganz nach vorne gelangen konnte.
Prien nutzte den California Windsurf Cup Pelzerhaken hingegen als optimale Trainingsplattform für die bevorstehenden IFCA Fin Slalom Europameisterschaften und den PWA World Cup der Profis auf Sylt.
Leo Richter gewinnt Fin Slalom

Beim California Windsurf Cup kamen endlich einmal die Fin-Slalom-Fahrer richtig auf ihre Kosten. Bisher konnte diese Disziplin aufgrund schlechter Windverhältnisse nur bei einem von vier Tourstopps des California Windsurf Cups durchgeführt werden. Beim Finale in Pelzerhaken gab es dafür gleich zehn Eliminationen. Am stärksten präsentierte sich dabei der Kieler Leo Richter. Er konnte drei Wettfahrten gewinnen und punktete außerdem mit drei zweiten, drei dritten und einem vierten Platz. Am Ende liegt der Zahnmedizinstudent mit 11,10 Punkten klar an der Spitze des Fin-Slalom-Klassements.
Keno Recke gelang mit seinem zweiten Platz im Abschlussrennen nicht nur der Sprung an die Spitze der Overallwertung. Recke konnte damit seinen Score auf 20,00 Punkte verbessern und so auch den bis dahin vor ihm liegenden Oliver Schott vom zweiten Platz im Fin Slalom verdrängen. Auch wenn Schott mit seinen 22,40 Punkten deshalb etwas mit seinem Schicksal haderte, konnte der Fin-Slalom-Experte doch auf eine für ihn extrem erfolgreiche Regatta zurückblicken. Er siegte in zwei Wettfahrten und zeigte so, dass man auch als Grandmaster Ü50 noch lange nicht zum alten Eisen gehören muss. Völlig zu Recht belegte er am Ende den dritten Podiumsplatz in der Disziplin Fin Slalom.
Tim Wunderlich und Colin Stutzke lieferten sich über viele Rennen packende Kämpfe mit den drei Podiumskandidaten. Auch zwischen den beiden blieb es bis zur letzten Wettfahrt knapp. Nach zehn Fin-Slalom-Wettfahrten konnte sich Tim Wunderlich mit 29,00 Punkten Platz vier sichern, während Colin Stutzke mit 31,00 Punkten die Top 5 im Fin Slalom komplettierte.
Litauer Liutkus im Foiling an der Spitze

Am letzten Tag wehte der Wind mit 20 bis 28 Knoten auflandig. Was den Fin-Slalom-Ridern eine spektakuläre Bühne bereitete, wäre für die Foiler eine Herausforderung mit Risiken für Rider und Equipment gewesen. Deshalb wurden am Abschlusstag keine weiteren Foiling-Rennen mehr durchgeführt. Es blieb damit bei dem Ergebnis von Samstag nach sechs Foil-Eliminationen.
Der Litauer Gidrius Liutkus konnte fünf der insgesamt sechs Wettfahrten in dieser Disziplin gewinnen. Einmal wurde er Zweiter. Da jeder Fahrer ab fünf Wettfahrten seine beiden schlechtesten Ergebnisse streicht, befand sich Liutkus in der komfortablen Lage, sogar einen ersten Platz zu streichen. Der Litauer gewinnt damit die Foiling-Wertung mit der Idealpunktzahl von 2,80.
Jesse Richter war der einzige Rider, dem es gelang, die Dominanz von Liutkus in dieser Disziplin zu brechen. Richter kam im Foiling im Laufe der Regatta immer besser in Form und steigerte seine Ergebnisse von Rennen zu Rennen, bis er schließlich sogar Wettfahrt sechs gewann. Am Ende des California Windsurf Cups Pelzerhaken kommt Jesse Richter auf 9,70 Punkte und belegt so Platz zwei in der Disziplin Foiling.
Super spannend war der Kampf um den dritten Platz auf dem Podium in der Disziplin Foiling. Nach sechs Wettfahrten lagen Keno Recke, der Däne Gustav Permin und Alexander Neubert mit jeweils 15,00 Punkten Kopf an Kopf. Alle punkteten fast ausschließlich mit Top-5-Platzierungen, aber jeder von ihnen hatte auch jeweils zwei Ausrutscher, die sie jedoch streichen konnten. Am Ende musste die Entscheidung um Platz drei, vier und fünf im Foiling damit im Tiebreak fallen. Hier hatte Keno Recke dann die Nase vorn und konnte sich die dritte Podiumsplatzierung vor dem Dänen Permin sichern. Alexander Neubert komplettiert die Top 5 im Foiling.
Kopf-an-Kopf-Rennen um den Gesamtsieg
In der Overallwertung des California Windsurf Cups werden die Ergebnisse der Wettfahrten beider Disziplinen in einer Gesamtwertung gebündelt. Hier wird ermittelt, wer der beste Windsurfer über beide Disziplinen hinweg ist. Während in den Einzeldisziplinen häufig Spezialisten die Podiumsplätze erreichen, schlägt hier die Stunde der universell starken Fahrer. Am Ende kam es zum Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Keno Recke und Jesse Richter.
Keno Recke war der einzige Rider, der die Regatta sowohl im Foiling als auch im Fin Slalom mit einer Podiumsplatzierung abschließen konnte. Damit lag er schlussendlich auch in der Overallwertung an der Spitze. Nach vier Tagen und insgesamt sechzehn Wettfahrten kommt Keno Recke auf 57,00 Punkte und liegt damit an der Spitze der Veranstaltungswertung. Damit gewinnt Recke das Saisonfinale des California Windsurf Cups in Pelzerhaken. Jesse Richter kommt, nachdem er im finalen Schlagabtausch unterlegen war, auf 62,70 Punkte und belegt damit Platz zwei.
Alexander Neubert ist der Prototyp eines Overall-Racers. Weder in der Disziplin Fin Slalom noch in der Disziplin Foiling konnte er einen Platz auf einem Einzeldisziplin-Podium erobern. Aber mit 74,00 Punkten sichert er sich den dritten Podiumsplatz in der Overallwertung. Die beiden Youngster Mika Henning und Paul Regber hatten beide ihre besten Ergebnisse in der Disziplin Foiling. Beide haben alle ihre Streichergebnisse im Fin Slalom. Am Ende kann sich Mika Henning mit 81,70 Punkten Platz vier sichern. Paul Regber komplettiert mit 129,00 Punkten die Top 5. Bei den Damen lag am Ende Lena Schmäh aus Kiel vor Smilla Petersen aus Flensburg und der Berlinerin Sophie Getschmann.
Als besonderes Highlight wurde außerdem der „BSPC Sports Award“ der Ostseeparlamentarierkonferenz durch die Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages Frau Jette Waldinger-Thiering an Lena Schmäh als beste Dame und Keno Recke als besten Herren verliehen.
Mega Feld. Mega Bedingungen. Mega Location.

Über vier Veranstaltungstage lief der California Windsurf Cup in Pelzerhaken. 47 Teilnehmer aus vier Nationen sorgten für ein starkes Teilnehmerfeld mit Worldcup-Profis, internationalen und nationalen Topracern, iQFOiL-Kaderathleten, Windsurf-Cuppern, aber auch vielen neuen Gesichtern. Durch die hervorragenden Bedingungen mit drei bis sechs Windstärken konnten insgesamt 16 Eliminationen gefahren werden: zehn Fin-Slalom-Wettfahrten und sechs Foiling-Rennen.
Die Wettbewerbe fanden unmittelbar an der Seebrücke statt, die wieder einmal perfekt ihre Rolle als Naturtribüne erfüllte. Die Zuschauer konnten so die Rennen zum Anfassen nah erleben. Das Saisonfinale in Pelzerhaken war damit der perfekte Saisonabschluss für die Tour der deutschen Spitzenserie im Windsurfen.

