Leon Delle über den deutschen Windsurfnachwuchs



"Bereits zum zweiten Mal dieses Jahr hatte ich am Dümmer die Chance mein Wissen an die nächste Generation weiter zu geben. Bereits im Frühjahr wurde ich von Jan Wöhning, dem ansässigen Surfschullehrer als Trainer engagiert. Nachdem die fünf Tage Training so viel Spaß und Fortschritt bei den Kids gezeigt hatten, haben wir direkt einen zweiten Termin für Anfang September ausgemacht.

Die Kinder, alle im Alter zwischen 11 und 16 Jahren, kamen primär vom Dümmer in Niedersachsen; aber auch Nachwuchs aus Paderborn und sogar Trier ist zum Trainingslager angereist. Finanziell wurde das Ganze durch den Landessportbund Niedersachsen und der Deutschen Windsurfvereinigung unterstützt. Leider nur so, dass die Kinder zusätzlich einen Eigenkostenanteil tragen mussten.

Auf dem Programm stand u.a. Frühsport, Taktikbesprechung, Materialkunde, Techniktraining mit Videoanalyse und Regattasimulation. Trainiert wurde primär auf dem vorolympischen Bic Techno 293 Material.

Das Highlight der beiden Trainingslager, sowie einem in Kühlungsborn, war definitiv die Begeisterung mit der die Kids dem Windsurfsport nachgehen. Es ist toll zu sehen, mit welchem Ehrgeiz und welchem Spaß die Kinder übers Wasser flitzen. Dem gegenüber steht allerdings auch die größte Problematik für den Nachwuchs. Welche Perspektive gibt es? Die Antwort auf diese Frage ist oft unterschiedlich und eigentlich immer unklar. Der „normale“ Weg, auf das olympische RS:X Material umzusteigen, ist aufgrund der eingestampften Strukturen in Deutschland schlichtweg perspektivlos und finanziell, für den Großteil, nicht realisierbar. Was die Gründe dafür sind, dass die mitunter erfolgreichste olympische Segeldisziplin der vergangenen Olympiaden, in einem so fortschrittlichen Land wie Deutschland, so wenig Förderung genießt sei mal dahingestellt und soll hier nicht Diskussionspunkt sein.

Viel wichtiger ist die Frage, welche Zukunft wir dem deutschen Windsurfnachwuchs bieten können. Eine der wenigen Möglichkeiten stellt die mittlerweile etwas „veraltete“ Raceboardklasse, mit Regatten auf den Seen in ganz Deutschland dar. Ob dies für einen ambitionierten Windsurfer im jungen Alter wirklich das Non+Ultra ist, sei jedem selbst überlassen. Eine weitere Option ist der deutsche Windsurfcup, bei dem alle vier Disziplinen (Wave/Freestyle/Slalom/Racing-Foil) vertreten sind. Die Regatten sind top organisiert und bieten beste Voraussetzungen um seine Leistung mit anderen zu messen und all dies in einem recht familiären Umfeld. Schwieriger ist hier für die meisten Kids sicherlich der logistische und finanzielle Aufwand. Zudem kommt (wie mir öfters berichtet wurde) die Hemmschwelle bei der „Championsleague“ einzusteigen.

Um sowohl diese Hemmschwelle, sowie den finanziellen Aufwand für die Kids so gering wie möglich zu halten, ist geplant im kommenden Jahr regattavorbereitende Trainingsmaßnahmen zu organisieren, welche kostenlos sein sollen. Zudem gibt es bei vielen Herstellern die Möglichkeit ein Jugendsponsoring zu bekommen. Träger der Maßnahmen wird u.a. der LSB SH sein sowie die GWA. Über weitere Unterstützer werden sich die Kids sicher sehr freuen.

Gerade mit dieser Einstiegserleichterung kann ich dem Nachwuchs, zumindest in der momentanen Situation, diesen Weg besten Gewissens empfehlen.

Zudem ist zu beobachten, dass auch im olympischen Windsurfen die Tendenz Richtung Foil geht und unter diesem Aspekt könnte es in Deutschland endlich wieder Strukturen, mit Regattaserie, Nachwuchstraining, Materialsponsoring, etc. geben, die den Kids wieder neue Träume ermöglichen."




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