Rolf C. Hauff - Motivation, Ehrgeiz, Spaß

Wir haben Rolf C. Hauff (GER-786) interviewt und er hat uns einiges zu seinem Windsurf-Werdegang und seiner jetzigen Sportler Karriere erzählt.





















Wie war deine Saison 2021?

Die Saison 2021 war großartig! Auch, wenn durch die Corona-Bedingungen einiges nicht so planbar war und es ein paar Verschiebungen gab. Wir waren bei insgesamt fünf Multivan Windsurf Cups dabei und in jedem hatten wir gute Bedingungen für hervorragenden Sport. In der Jahreswertung konnte ich mit einem 18. Platz im Foil Racing die Grandmaster Wertung gewinnen und im Slalom mit einem 24. Platz den 2. Platz bei den Grandmastern belegen. Wie bist Du überhaupt zum Windsurf Cup gekommen? Hast Du früher schon andere Regatten gemacht?

Regatten waren schon früh und immer wieder Teil meines Windsurfens. 1981 habe ich als 11 jähriger mit dem Windsurfen angefangen und schon ein Jahr später auf dem Verdränger (Div II) an lokalen Regatten rund um Bremerhaven teilgenommen. Dann kamen die Funboards und in den Medien (z.B. das Surf Magazin) wurde von verschiedenen Funboard Regatten berichtet. 1985 habe ich am "World Junior Fun Cup" in Knokke, Belgien teilgenommen. Dort traf ich auf Eric Thieme, Björn Dunkerbeck sowie Sebastian Wenzel und sicherte mir den 15. Platz. Total begeistert von den Eindrücken aus Belgien ging es ein paar Wochen später zum "Euro Funboard Cup" nach Heidkate. Dort war eine klasse Atmosphäre, sowie ein echt großes Teilnehmerfeld und überall die aus den Zeitschriften bekannten Namen wie Axel Ohm, Ralf Bachschuster und Kai Schnellbacher. Den EFC bin ich 1985 - 1987 mitgefahren, bis eine Verletzung dann doch mal sowas wie Vernunft bei mir auslöste und ich mich für den Schulabschluss und das Studium entschloss. Nach viel zu viel Bürozeit habe ich 2016 beim DAM-X Funrace Slalom am Brouwersdam teilgenommen, was in mir wieder diese "Competition mood" ausgelöst hat und dazu führte, dass ich 2017 den NK Slalom (Dutch national championships) mitgefahren bin und als 4. knapp das Podium bei den Masters verpasst habe. Auf der Boot Düsseldorf 2018 war ich von der öffentlichen Siegerehrung der Jahresergebnisse im Multivan Windsurf Cup so fasziniert, dass ich gesagt habe: "Da möchte ich auch stehen" ;-) Was ist deine Motivation zum Contestfahren?

Regatten haben irgendwie eine eigene Atmosphäre, die ich mag - auch als Gast. Als Teilnehmer kommt noch diese "Competition mood" dazu. Du gibst dein Bestes und manchmal noch mehr, um deine gesteckten Ziele zu erreichen. Das schöne am Multivan Windsurf Cup ist, dass du in quasi jeder Altersklasse und in jedem Rankingblock (Top5, Top10, Top20, etc.) Teilnehmer findest, mit denen du dich batteln und am Land gemeinsam das Rennen besprechen kannst. Das waren in der Saison 2021 nicht nur die anderen Teilnehmer der Grandmaster Fleet, sondern auch Junior Rider wie Mathes Kluge, mit dem ich mir ein paar echt knappe Zieleinläufe geliefert habe. So gesehen ist die Motivation am Contestfahren ein ganzes Paket an Einzelheiten: Die coole Atmosphäre und der Kontakt mit allen Teilnehmern, die sportliche Herausforderung und faire Kämpfe auf dem Wasser, ständig dazuzulernen und sich zu verbessern. Und btw, ohne den Multivan Windsurf Cup hätte ich nicht mit dem Foilen angefangen und bezogen auf meinen Homespot - dem Langener Waldsee bei Fankfurt / Main - war das wohl die beste Entscheidung, denn ich kann nun bei den vorherrschenden Bedingungen so viel mehr auf dem Wasser sein.


















Welche Sponsoren hast Du? Wie konntest Du die für Dich gewinnen? Gehen die Partnerschaften 2022 weiter?

Bei meiner Rückkehr ins Regattafahren wurde ich 2017 - 2020 als Ambassador von GunSails unterstützt und ohne diesen Support wäre ich vermutlich nicht wieder so intensiv in den Cup eingestiegen. Seit 2018 werde ich von Fanatic Germany unterstützt und seit 2021 bin ich national Teamrider für Fanatic / Duotone Germany. Während meiner Zeit im "Euro Funboard Cup" hatte ich schon mal Support durch Fanatic, NeilPryde und Chiemsee und so habe ich an die alten Partner Bewerbungen geschrieben. Fanatic meldete sich mit dem passendsten Angebot und so gehen wir ins 5. Jahr dieser Partnerschaft. 2022 werde ich weiterhin für und mit Fanatic / Duotone als Teamrider an den Start gehen und bin damit mega happy. Was machst Du im Winter, um in Form zu bleiben oder zu kommen?

Ich wohne in der Nähe von Frankfurt / Main am Rande des Taunus, das bietet mir vielfältige Möglichkeiten zum Mountainbiken. Außerdem gehe ich (sofern die Corona Regeln das zulassen) regelmäßig ins Gym. Und ab März sollte es auch möglich sein, auf meinem Homespot, dem Langener Waldsee wieder zu Foilen. Ob noch eine Trainings Tour an den Gardasee o.ä. möglich ist, hängt stark von der Entwicklung der Corona Situation ab. Was sind deine Pläne/Ziele für die kommende Saison?

Da wir in 2022 nur noch eine Racing Disziplin Slalom haben, wird das Jahr besonders spannend. Wir fahren ab 7 Knoten bei freier Wahl Foil / Finne. Das bedeutet aber auch, dass es nicht nur darum geht, bei ruppigen Bedingungen richtig hinzulangen, sondern auch bei leichten Bedingungen um den Kurs zu kommen - der Mix macht's. Nach dem 1. Platz in der Grandmaster Foil Racing- und dem 2. Platz in der Grandmaster Slalom Wertung 2021 wäre es schon cool auch noch die Grandmaster Slalom Wertung zu gewinnen - ein viel wesentlicheres Ziel ist jedoch gesund, mit viel Spaß und vielen guten Erinnerungen durch die Saison zu kommen.