Julien Pockrandt zwischen Wellen und Musik 


Julien Pockrandt

„Nach meiner langen Pause im vergangenen Jahr, verursacht durch meine Verletzung, die ich mir beim Multivan Windsurf Cup Tourstopp in Grömitz durch einen heftigen Schleudersturz zugezogen habe, hatte ich viel Zeit außerhalb des Wassers.


Wie es viele wissen, verbringe ich neben der Zeit auf dem Windsurfboard einen großen Teil meiner Freizeit in meinem Studio und schreibe Musik. Die lange Verletzungspause habe ich intensiv für meine musikalische Leidenschaft genutzt und lernte genau vor einem Jahr den deutschen DJ und Produzenten Nico Pusch kennen. Durch ein älteres Lied von mir haben wir den Kontakt gefunden. Der Plan war klar: Das alte Lied von mir etwas verändern und auf den Markt bringen. Für mich war das alles neu und aufregend.


Ich wachte morgens um 8:00 Uhr beim Defi Wind 2017 auf und bekam um 8:10 Uhr einen Anruf von Nico. Schneller, als ich es mir jemals vorstellen konnte, öffneten sich abrupt Türen, von denen ich gar nichts wusste. Natürlich hatte man einiges an Background-Wissen über die Musikbranche, aber das, was mich erwartete war nochmal eine andere Nummer. Ich reiste einen Tag vorher aus Gruissan nach Sylt, um noch bei der Formula Windsurfing Weltmeisterschaft teilzunehmen. Im Auto musste ich mit meiner Schwester viele Dinge organisieren. Ich musste sämtliche Dateien austauschen und andere Grundlagen schaffen, die mir neu waren. Ich begann zu merken, dass die Leidenschaft Musik immer mehr Zeit in Anspruch nehmen würde. Auf Sylt angekommen telefonierte ich in den Wind-Wartezeiten immer mal wieder mit Nico, Labels und Booking-Agenturen. Sich nebenbei auf den Sport zu konzentrieren war sehr schwer, aber auch da konnte ich den Sieg in der U-20 Wertung einfahren und meinen ersten richtigen internationalen Erfolg feiern.


Meine Laune war nicht mehr toppen.

Beim nächsten Event in Grömitz verlor ich dann die Kontrolle. Die Diagnose im Krankenhaus: Schädelhirntrauma und eine Wirbelsäulenprellung. Das bedeutete, dass ich erst mal nicht mehr in die Wellen springen konnte. Um nicht verrückt zu werden, verbrachte ich fast jeden Tag in meinem selbstgebauten Home-Studio und fuhr oft zu Nico in sein Studio und lernte enorm viel. Musik zu produzieren, sie zu vermarkten, Labels zu finden und aufzutreten. Kurze Zeit später bot Nico mir an, mit ihm auf zwei seiner Auftritte zu kommen und live zu seinen Sets zu singen. Das hatte ich so noch nie gemacht, aber ich war sehr motiviert und nahm die Herausforderung an.


Lars Paustian begleitete mich zu beiden Auftritten, was mir auch ein wenig Sicherheit gab. Ich spielte zwei Open-Airs im Sommer und es machte riesigen Spaß! Schnell wurden auch andere kleinere Labels wie Lochmannrecords auf mich aufmerksam und boten mir ihre Zusammenarbeit an. Nach einigen Gesprächen stand meine erste EP schon in den Startlöchern. Nachdem wir uns auf einen Termin einigten, folgten noch weitere Auftritte in Clubs. Es wurde immer mehr zu meinem Hobby mich bei DJ’s in die Sets einzuschleusen und es kam gut an!


Lars Paustian & Julien Pockrandt

Im Dezember trat ich in Kontakt mit dem Label Vögel(n) mit Freunden und es öffneten sich weitere Türen. Nachdem ich auch für ein paar Events dieses Labels sang kamen mir immer mehr neue Ideen. Ich wollte mit meiner eigenen Musik wieder weg von der geplanten und strukturierten Musik des Technos und der Elektronik und hatte den Plan eine Band zu gründen. Aber dieses Projekt ernst zu nehmen, um nicht nur eine Schülerband zu bleiben, ist schwierig. Im Dezember 2017 fing ich an in meiner Heimatstadt Rostock überall Plakate aufzuhängen, mit denen ich Musiker finden wollte. Lange meldete sich niemand, doch so wie es der Zufall manchmal will, lernte ich unseren jetzigen Pianisten in einem Klavier-Laden kennen, in dem ich mir mein erstes Klavier kaufte. Alex ist super begabt, nachdenklich und sehr geerdet. Ich wusste, dass wirklich etwas gehen konnte. Doch zu zweit war schnell klar, irgendetwas fehlt. Wir konnten unmöglich alle Instrumente einer Band zu zweit abdecken. Wieder meldete sich zufällig und genau passend ein Drummer Namens Matze, der durch ein Plakat im Piano-Laden auf das Bandprojekt aufmerksam geworden ist. Das waren wir nun, 3 Leute, im Klavierladen getroffen. Der Name war klar: MET IN PIANO STORE (MIPS)!


Wir fingen an zu Proben und durch mein neues Wissen über und in der Musikbranche konnte wir ein paar Jahre Arbeit überspringen und das konnte man hören. Wir alle machten auf einem höheren Niveau Musik und konnten somit direkt mit ersten Songideen anfangen, mussten wir auch. Da wir schon unseren ersten Auftritt in Planung hatten. Durch die VMF-Crew hatten wir wir die Möglichkeiten dieses Jahr schon 3 Festivals zu spielen, unteranderem bei dem AIRBEAT ONE im Juli. Ein Senkrechtstart…

 

Doch ich vermisste das scheppern unter meinen Füßen, wenn man mit 7.0 angenagelt über die Nordseewellen prescht. Durch die Musik wurde der Anteil des Surfen erstmals kleiner. Ich wusste früher schon, dass man sich irgendwann entscheiden müsste, aber ich habe gehofft, dass es noch dauern würde. Ich liebe beides, schon immer und wenn ich gefragt wurde, was ich denn lieber beruflich machen würde, wusste ich keine Antwort. Dazu kam noch mein Abitur. Was für mich zum Glück keine großen Schwierigkeiten bedeutete. Nach meiner 4. schriftlichen Prüfung wartet nur noch die mündliche im Juni. Bis dahin habe ich erstmal jeden Tag Ferien. Ich versuchte die Zeit zu nutzen und fuhr mit Lars über Ostern an den Gardasee, um nochmal intensiv zu foilen und meine neuen Boards zu testen. Es hat wirklich mal wieder Spaß gemacht, auch wenn ich teilweise mit Lars, mehrere Stunden in die Nacht Gitarre spielte und wir neue Songs schrieben.

 

Jetzt sind es noch 2 Tage bis zur EM auf Sylt. Und ich werde versuchen, trotz meines wenigen Trainings, mein bestes zu geben, vielleicht nicht unter dem Aspekt zu gewinnen, sondern weil es mir Spaß macht mit meinen Freunden zu surfen, es mich inspiriert und ich den Sport und das Umfeld einfach liebe. Diese Gemeinschaft gibt einem so viel im Leben, und egal wie viel Musik ich eines Tages einmal machen werde, diese Freundschaften und das Gefühl zu Surfen und mit dem DWC zusammen zu sein, werde ich niemals vernachlässigen! Trotz dessen muss ich am Samstag für einen wichtigen Auftritt schnell nach Rostock fahren und dann wiederkommen. Im Herbst werden wir uns dann mit der Band auch zurückziehen und unser ersten Album in einem Studio aufnehmen. Es steht eine spannende Reise bevor und es wäre traurig diese Chance nicht zu nutzen. Ich blicke motiviert und mit Freude in die Zukunft und bin gespannt wo mich meine Wege hinführen werden. Denn auch wenn man denkt, dass man etwas gefunden hat, ist man trotzdem noch weit von dem eigentlichen Ziel entfernt.“

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